Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
1 Mio. zufriedene Kunden
Gratis Versand ab 29€
Schnelle Lieferung
Sicher Einkaufen

Ohrloch entzündet - Was tun? Der komplette Guide

Treuheld
allgemein / Kommentare 0

Dein Ohrloch ist rot, geschwollen und schmerzt? Keine Panik! Erfahre hier, wie du eine Entzündung erkennst, welche Hausmittel wirklich helfen und wann du unbedingt zum Arzt musst. Mit wissenschaftlich fundierten Tipps für 2026.

Ein entzündetes Ohrloch ist schmerzhaft und beunruhigend. Doch du bist nicht allein: Piercing-Infektionen sind die häufigste Komplikation nach dem Stechen. Studien zeigen, dass **bis zu 35% aller Ohrpiercings** von einer Infektion betroffen sind [1]. Besonders Knorpelpiercings (Helix, Tragus, etc.) sind anfällig. Eine Studie aus dem Jahr 2025 fand heraus, dass bei Knorpelpiercings ein höheres Risiko für Infektionen mit dem gefährlichen Bakterium *Pseudomonas aeruginosa* besteht, was zu dauerhaften Knorpelschäden führen kann [2].

Aber was sind die Ursachen? Wie unterscheidest du eine harmlose Reizung von einer ernsten Infektion? Und welche Schritte musst du sofort einleiten? In diesem umfassenden Guide für 2026 beantworten wir alle deine Fragen – basierend auf aktuellen medizinischen Erkenntnissen.

1. Entzündung oder nur Reizung? Die 5 wichtigsten Anzeichen

Nahaufnahme eines roten, entzündeten Ohrlochs mit Ohrring.

In den ersten Tagen nach dem Stechen sind leichte Rötungen und Schwellungen normal. Doch wie erkennst du eine echte Infektion? Achte auf diese 5 Symptome:

Anzeichen einer Entzündung:

  1. Starke, pochende Schmerzen: Der Schmerz nimmt zu statt ab und fühlt sich pulsierend an.
  2. Zunehmende Schwellung & Rötung: Der Bereich um das Piercing ist stark gerötet und schwillt deutlich an.
  3. Eiter oder gelblicher Ausfluss: Aus dem Stichkanal tritt eine dicke, oft unangenehm riechende Flüssigkeit aus.
  4. Übermäßige Wärme: Die entzündete Stelle fühlt sich im Vergleich zur restlichen Haut heiß an.
  5. Fieber oder geschwollene Lymphknoten: Dies sind Anzeichen einer systemischen Infektion, die sofort ärztlich behandelt werden muss!

Eine leichte Rötung und klarer Wundflüssigkeit (Lymphe) sind hingegen Teil des normalen Heilungsprozesses. Wenn du unsicher bist, kontaktiere immer dein Piercing-Studio.

2. Warum hat sich mein Ohrloch entzündet? Die häufigsten Ursachen

Eine Entzündung entsteht, wenn Bakterien in die Wunde gelangen. Die häufigsten Erreger sind *Staphylococcus*- und *Streptococcus*-Arten [1]. Bei Knorpelpiercings ist zudem *Pseudomonas aeruginosa* eine große Gefahr [2]. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Häufiges Anfassen mit ungewaschenen Händen: Die Hauptursache für Infektionen!
  • Mangelnde oder falsche Pflege: Zu aggressive Reinigungsmittel oder unregelmäßige Pflege.
  • Mechanische Reizung: Hängenbleiben mit Kleidung, Haaren oder beim Schlafen.
  • Ungeeigneter Schmuck: Eine Nickelallergie ist die häufigste nicht-infektiöse Komplikation bei Piercings [1].
  • Verunreinigungen: Kontakt mit schmutzigen Kissenbezügen, Smartphones oder nicht-sterilen Kopfhörern.
  • Schwimmbad- oder Saunabesuche: Chlor und Bakterien in öffentlichen Bädern reizen die Wunde.

3. Soforthilfe: Die 5-Schritte-Anleitung zur Selbstbehandlung

Bei den ersten Anzeichen einer leichten Entzündung kannst du mit diesen 5 Schritten gegensteuern:

Schritt 1: Schmuck NICHT entfernen!
Das ist der wichtigste Punkt! Entfernst du den Schmuck, kann sich der Stichkanal schließen und der Eiter einkapseln. Das führt zu einem schmerzhaften Abszess.

Schritt 2: Hände waschen & desinfizieren
Berühre das Piercing nur mit frisch gewaschenen und desinfizierten Händen.

Schritt 3: Sanfte Reinigung (2x täglich)
Verwende eine sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke. Weiche Krusten damit auf und entferne sie vorsichtig mit einem fusselfreien Wattestäbchen. Drehe den Schmuck dabei nicht!

Schritt 4: Desinfektion
Trage ein geeignetes Antiseptikum (z.B. auf Octenidin-Basis) auf. Vermeide Alkohol oder Wasserstoffperoxid, da diese das Gewebe zu stark austrocknen.

Schritt 5: Ruhe & Beobachtung
Gib deinem Ohr Ruhe. Schlafe auf der anderen Seite und vermeide Druck auf das Piercing. Beobachte die Entwicklung genau.

4. Hausmittel im Check: Was wirklich hilft (und was nicht)

Verschiedene Hausmittel wie Kamille und Teebaumöl zur Behandlung eines entzündeten Ohrlochs.

Im Internet kursieren viele Tipps. Doch nicht alle sind empfehlenswert. Hier ist eine wissenschaftlich fundierte Einordnung:

Hausmittel Bewertung Anwendung & Begründung
Salzwasser / Kochsalzlösung ✅ Sehr empfehlenswert Wirkt isotonisch, reinigt sanft und fördert die Heilung. Die beste und sicherste Methode zur täglichen Reinigung.
Kamillentee-Aufschläge ✅ Gut bei leichten Reizungen Kamille wirkt entzündungshemmend. Einen Teebeutel aufbrühen, abkühlen lassen und für 10 Minuten auflegen. Aber: Kann Allergien auslösen!
Teebaumöl ⚠️ Nur mit Vorsicht Wirkt antibakteriell, kann aber unverdünnt die Haut stark reizen und austrocknen. Wenn überhaupt, nur stark verdünnt (1 Tropfen auf 10ml Trägeröl) und nicht bei offenen Wunden anwenden.
Zinksalbe ❌ Nicht empfehlenswert Zinksalbe verschließt den Stichkanal und verhindert, dass Wundsekret abfließen kann. Das erhöht das Risiko eines Abszesses.
Alkohol / Wasserstoffperoxid ❌ Absolut ungeeignet Zerstört nicht nur Bakterien, sondern auch die neu gebildeten Hautzellen und verzögert die Heilung massiv.

5. Wann muss ich zum Arzt? Die 4 roten Flaggen

Eine Person, die besorgt auf ihr entzündetes Ohr schaut und überlegt, zum Arzt zu gehen.

Zögere nicht, einen Arzt aufzusuchen, wenn du eines der folgenden Symptome bemerkst. Eine unbehandelte Infektion kann zu schweren Komplikationen wie einer Blutvergiftung (Sepsis) oder Knorpelnekrose führen.

Gehe SOFORT zum Arzt, wenn:

  1. Fieber oder Schüttelfrost auftritt.
  2. Ein roter Streifen vom Ohr ausgeht (Anzeichen einer Lymphangitis/Blutvergiftung).
  3. Die Schwellung und Schmerzen trotz Pflege nach 48 Stunden schlimmer werden.
  4. Die Entzündung ein Knorpelpiercing betrifft (siehe nächster Punkt).

Dein Hausarzt oder ein HNO-Arzt sind die richtigen Ansprechpartner. Sie werden die Wunde professionell reinigen und dir wahrscheinlich ein orales Antibiotikum verschreiben. Bei Knorpelentzündungen ist oft Ciprofloxacin das Mittel der Wahl, um Pseudomonas-Bakterien abzutöten [1].

6. Knorpelpiercing entzündet: Ein Sonderfall mit hohem Risiko

Eine Entzündung im Knorpel (Perichondritis) ist deutlich gefährlicher als am gut durchbluteten Ohrläppchen. Der Knorpel hat keine eigene Blutversorgung und kann bei einer schweren Infektion absterben (Nekrose). Dies kann zu einer dauerhaften Verformung des Ohrs führen, dem sogenannten "Blumenkohlohr".

Besonderheiten bei Knorpel-Entzündungen:

  • Höheres Risiko: Knorpelpiercings haben ein signifikant höheres Infektionsrisiko [3].
  • Gefährlicherer Erreger: Häufig ist das Bakterium *Pseudomonas aeruginosa* beteiligt, das gegen viele gängige Antibiotika resistent ist [2].
  • Schnelles Handeln nötig: Gehe bei Verdacht auf eine Knorpelentzündung immer sofort zum Arzt! Hausmittel sind hier unzureichend.

7. Entzündung vermeiden: Die 7 goldenen Regeln

Eine Infografik mit Symbolen zur Vorbeugung von Ohrloch-Entzündungen.

Die beste Entzündung ist die, die gar nicht erst entsteht. Mit diesen 7 Regeln minimierst du das Risiko:

  1. Wähle ein professionelles Studio: Achte auf Hygiene, sterile Einwegnadeln und eine gute Beratung.
  2. Wähle den richtigen Schmuck: Für den Ersteinsatz ist nickelfreies Titan (ASTM F-136) die beste Wahl.
  3. Finger weg! Fasse dein neues Piercing nur zur Reinigung mit gewaschenen Händen an.
  4. Pflege konsequent: Reinige das Piercing 2x täglich mit Kochsalzlösung.
  5. Vermeide Reizung: Schlafe nicht auf dem Piercing und sei vorsichtig mit Kleidung, Schals und Kopfhörern.
  6. Halte es trocken: Tupfe das Piercing nach dem Duschen vorsichtig trocken.
  7. Wechsle Kissenbezüge regelmäßig: Mindestens einmal pro Woche, um Bakterienansammlungen zu vermeiden.

Entdecke hautfreundliche Ohrringe

8. FAQ - Die 8 häufigsten Fragen zu entzündeten Ohrlöchern

Nein, auf keinen Fall! Das ist der häufigste Fehler. Wenn du den Schmuck entfernst, schließt sich der Stichkanal an der Oberfläche, während die Bakterien im Inneren eingeschlossen werden. Dies kann zu einem schmerzhaften Abszess führen, der oft chirurgisch geöffnet werden muss. Der Schmuck hält den Kanal offen, damit Eiter und Wundsekret abfließen können.

Das hat meist zwei Gründe: Entweder eine unentdeckte **Nickelallergie** oder eine wiederkehrende mechanische Reizung. Eine Nickelallergie kann sich auch nach Jahren entwickeln. Lasse dies von einem Hautarzt testen. Oft sind auch minderwertiger Modeschmuck oder zu schwere Ohrringe die Ursache für ständige Reizungen.

**Wundsekret (Lymphe)** ist eine klare bis leicht weißliche, wässrige Flüssigkeit. Sie ist ein normaler Teil des Heilungsprozesses. **Eiter** hingegen ist ein Zeichen einer Infektion. Er ist dickflüssig, gelb oder grünlich und riecht oft unangenehm.

Jodhaltige Salben (Antiseptika) können bei bakteriellen Infektionen helfen. Allerdings sollten sie nur kurzfristig und nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker angewendet werden, da sie die Haut auch austrocknen können. Für die tägliche Pflege ist eine sterile Kochsalzlösung besser geeignet.

Ja, eine Entzündung findet immer im Stichkanal statt. Von außen siehst du die Rötung und Schwellung, aber der eigentliche Infektionsherd liegt im Inneren. Deshalb ist es so wichtig, den Schmuck nicht zu entfernen, damit der Eiter nach außen abfließen kann.

Wildfleisch (hypertrophe Narbenbildung) ist eine gutartige Wucherung von Narbengewebe, die oft bei Knorpelpiercings auftritt. Es ist keine Entzündung, sondern eine Überreaktion des Körpers auf die Reizung. Die Behandlung erfolgt oft mit Anti-Wildfleisch-Discs (Silikonplättchen) oder in hartnäckigen Fällen durch einen Hautarzt.

Juckreiz ist oft ein Zeichen der Heilung, da sich neue Haut bildet. Es kann aber auch ein erstes Anzeichen für eine allergische Reaktion (z.B. auf Nickel) sein. Solange keine weiteren Symptome wie starke Rötung, Schwellung oder Eiter hinzukommen, ist es meist harmlos. Beobachte es genau und vermeide Kratzen.

Mit der richtigen Behandlung sollte eine leichte Entzündung innerhalb von **5-7 Tagen** eine deutliche Besserung zeigen. Knorpelentzündungen können jedoch mehrere Wochen benötigen und erfordern oft eine Behandlung mit oralen Antibiotika. Wenn nach einer Woche keine Besserung eintritt, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Quellen:

[1] Malik A, Council ML. (2025). From Ancient Traditions to Modern Medicine: A Review of the Evolution, Procedural Complications, and Surgical Challenges of Piercings. *Missouri Medicine*, 122(5), 410–416. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12543332/

[2] Brown, C. E., et al. (2025). Outbreak of Pseudomonas aeruginosa perichondritis associated with ear piercings and a contaminated water system. *Epidemiology and Infection*. https://www.cambridge.org/core/journals/epidemiology-and-infection/article/outbreak-of-pseudomonas-aeruginosa-perichondritis-associated-with-ear-piercings-and-a-contaminated-water-system/85079F4345457210FF9E5186E4B60788

[3] StatPearls (2024). Pinna Perichondritis. *NCBI Bookshelf*.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/books/NBK572081/